2 - Angst vor Freiheit


Dieses Zitat bildet eine direkte Fortsetzung zum letzten Text auf der Grundlage des Zitates »Du wirst keine neuen Meere entdecken, so lange Du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.«

Der Mensch fährt von Küste zu Küste. So lange er weiß, dass er auf eine neue Küste zu steuert, genießt er den Blick auf das offene Meer. Wehe aber er steuert ins Ungewisse, verliert das Gefühl von Zeit und Raum. Dann wird es dem Menschen unheimlich. Genau das aber ist es, was das Leben ausmacht und uns Menschen vor die Aufgabe stellt, dem Leben zu vertrauen. Es gibt keine Sicherheit, außer der, dass es keine gibt. Alles ist einem ständigen Wandel unterlaufen und was uns heute noch Wahrheit ist, kann morgen schon wieder anders sein. Der Mensch wünscht sich nichts mehr als Freiheit. Doch weiß er denn wirklich, was er sich da wünscht? Freiheit heißt, ohne Bindungen zu sein, zu lernen loszulassen. Es erfordert ein absolutes Ruhen in sich selbst und Übernahme von hundertprozentiger Eigenverantwortung. Wie leicht ist dieser Wunsch ausgesprochen, doch wie schwer ist es, Freiheit wirklich zu leben. Wir sind immer eingebunden in familiäre und gesellschaftliche Bindungen und sind auf diese Weise immer den Werten und Meinungen anderer unterworfen. Aus diesem Gewirr seinen eigenen Faden zu finden, seine eigenen Werte, Meinungen und Wünsche zu erkennen und umzusetzen ist ein Reifungsprozess, der viel Mut, Willenskraft und persönliche Stärke braucht. So verlockend das offene Meer auch ist, so schwer ist es doch, sich mit seinem ganzen Sein darauf einzulassen: nie zu wissen, wann man irgendwo ankommt, ob man überhaupt ankommt und was einen erwartet. Und stellen Sie sich vor, Sie haben sich wirklich entschieden, diesen Schritt zu gehen. Sie sind bereit auf das offene Meer hinaus zu fahren. Wie viele Menschen werden Sie aufhalten wollen? Wie viele Menschen werden Sie für verantwortungslos halten? Vielleicht finden Sie einige sogar rücksichtslos und egoistisch. Das alles müssen Sie aushalten. Immer wieder werden Sie das Gefühl haben, in einen Rechtfertigungszwang zu geraten. Und vielleicht malen Sie sich das vorher schon alles aus…. Und bleiben zuhause, verzichten auf die Freiheit. Aber wenn schon, dann tun Sie es in Ergebenheit ohne zu hadern und bei anderen die Verantwortung zu suchen. Oder brechen Sie auf, allen Hindernissen zum Trotz. Ohne die freiheitsliebenden Kämpfer und Abenteurer, wäre die Welt heute nicht das was sie ist.

geschrieben am 09 Mar 2015
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